In die Entwicklung und Umsetzung meiner Plotterdateien stecke ich viel Energie, Herzblut und Detailliebe, damit ihr möglichst einfach damit arbeiten könnt und am Ende bei euch tolle individuelle Sachen entstehen können.

 

Aufgrund von unterschiedlichsten Faktoren (Vielfalt an Materialien mit teils speziellen Eigenarten, ganz unterschiedliche Plotter-Kenntnisse und Praxiserfahrung von jedem Einzelnen, verschiedene Hard- und Software-Voraussetzungen, etc.) tauchen aber vereinzelt immer mal wieder Fragen oder individuelle "Probleme" auf, die es zu beantworten und zu lösen gilt.

 

Da diese Fragen sicherlich auch andere interessieren, könnt ihr ab jetzt an dieser Stelle FAQ rund ums Plotten und zu meinen Dateien nachlesen.

 

Auf diesem Wege kann ich meinen kleinen Wissensfundus mit euch teilen und vielleicht klärt sich dadurch schon direkt die ein oder andere Frage von selbst.

 

Und: Wir bleiben so gemeinsam immer auf dem aktuellen Stand.

 

 

PS: Für ausführliche Tipps & Tricks oder professionelle Anleitungen rund um das Thema Plotten gibt es zahlreiche gute Tutorials und Foren im Internet.

Ich kann euch beispielsweise den YouTube-Kanal von Eva-Maria Biehl für Plottermarie nur wärmstens empfehlen.

 

jetzt aber zu den Basic-THEMEN ;-)


Plotter & Software

 

PLOTTER

Schneideplotter sind Geräte, die Motive oder Schrift aus Materialien wie Folie (z.B. Flex-, Vinyl-, Flock-, Glitzerfolie), Papier, Karton, teils sogar Stoff, Filz oder stärkere Pappe schneiden können. So bekommst du ein exakt geschnittenes Motiv, das du in deinem Kreativ-Projekt wunderbar weiterverarbeiten kannst.

 

Damit der Plotter auch weiß, was er tun muss, bekommt das Gerät vom kompatiblen Software-Programm digitale Informationen von eingelesenen Vektordaten – den Plotter-Dateien.

Anhand dieser digitalen "Pfade" aus den Daten weiß das Schneidemesser im Plotter genau, wo es welche Strecke abzufahren hat.

 

 PLOTTERHERSTELLER

Im DIY-Bereich haben sich vor allem Plotter der Marken "Silhouette", "Brother" und "Cricut" am stärksten verbreitet, da sie am besten auf die Bedürfnisse für Hobbyanwender zugeschnitten sind.
Unterschiedlichste Modelle und Produktlinien haben sogar zusätzliche Features wie Gravieren, Zeichnen oder auch Prägen mit an Bord. Es gibt also zig Möglichkeiten für noch mehr tolle Kreativprojekte. ;-)

 

PLOTTERSOFTWARE

Wenn ihr euch für eine Marke und ein Plottermodell entschieden habt, bekommt ihr auch die entsprechende Software dazu, um Dateien darin verarbeiten und an euren Plotter senden zu können.

Ich persönlich finde die Marke "Silhouette" mit der Plotterlinie "CAMEO" am besten (oder besser gesagt: für mich und meine Projekte am kompatibelsten). Die dazugehörige Software "Silhouette Studio" finde ich ebenso extrem gut. Aber das muss jeder für sich selbst testen. ;-)

 

"SILHOUETTE STUDIO"

Da ich mich also beim Plotten hauptsächlich auf "Silhouette" eingeschossen habe, kann ich etwas mehr aus der Praxis mit dem "Silhouette Studio Designer Edition" (das ist das Upgrade vom "Silhouette Studio") berichten und aus dem Nähkästchen plaudern.
Mit allen anderen Marken-Plottern oder Programmen wie "Brother Canvas" oder "Cricut Design Space" funktionieren meine Dateien natürlich auch und wurden ebenso getestet!

 
"Silhouette Studio" hat meines Erachtens die beste, intuitivste Bedienoberfläche und mit Abstand die umfangreichsten Grafik-Features, um deine Dateien zu gestalten und zu bearbeiten wie kein anderes Plotterprogramm.

Leider kann "Silhouette Studio" keine SVG-Dateien verarbeiten (Siehe dazu auch weiter unten unter Dateiformate). Das Upgrade auf die "Designer Edition" (die SVG-Dateien verarbeiten kann) ist leider einmalig kostenpflichtig. Aus meiner Sicht aber durchaus eine Überlegung wert!

 

ZERSCHOSSENE DATEIEN IM "SILHOUETTE STUDIO"

Manchmal kommt es vor, dass beim Öffnen einer Datei, die Konturen des Motivs "zerschossen" aussehen und Zacken kreuz- und querschlagen.

Sollte sich dieses "Phänomen" bei dir beim Öffnen einer Datei zeigen, dann aktualisiere bitte deine "veraltete" Software-Version. Bislang haben alle Dateien nach dem "Update" wieder einwandfrei funktioniert.

Der Silhouette-Support ist übrigens auch schon informiert...

 

WO KANN ICH DIE AKTUELLE VERSION VOM "SILHOUETTE STUDIO" RUNTERLADEN?

Auf der Silhouette-Homepage findest du HIER eine Übersicht der Programm-Downloads. Achte dabei darauf, die richtige Plattform "Mac" oder "Windows" auszuwählen.

 

WIESO ÖFFNET SICH DIE DATEI NICHT IM "SILHOUETTE STUDIO"?

Wenn du eine SVG- oder DXF-Datei öffnest und quasi der Ladebalken im Programm bei 0% oder 1% einfriert – verfalle nicht in Panik.

Gönne dir eine Kaffeepause und hab Geduld, denn meist braucht dein Rechner/das Programm nur etwas mehr Zeit zum Öffnen der Datei.

Die Ursache dafür kann z.B. an der Computerkonfiguration liegen, an der Grafikkarte, zu wenig RAM-Speicher, eine Kombination aus allem oder, oder, oder.

 

Vorgänge mit komplexen DXF-Daten sind übrigens immer um einiges zeitintensiver als mit vergleichbaren SVG-Dateien. (Siehe dazu weiter unten unter Dateiformate)

 

WIESO WIRD DIE DXF-DATEI BEIM ÖFFNEN IM "SILHOUETTE STUDIO" VERKLEINERT GELADEN?

Um DXF-Dateien in der angelegten Original-Dateigröße zu öffnen, musst du in den Silhouette-Studio-Voreinstellungen ein Häkchen an der richtigen Stelle aktiviert haben.

Im Menü unter >Bearbeiten / >Voreinstellungen / >Importieren / >DXF öffnen darf das Häkchen nicht unter "an Seite anpassen" gesetzt sein.

Sobald du eine der andere Optionen auswählst, wird dir ab jetzt jede DXF-Datei beim nächsten Öffnen im Originalformat angezeigt.

 


Dateiformate

 

VEKTORDATEIEN

Schneideplotter benötigen ihre Schneide-Informationen in Form von Vektordaten. "SVG" oder "DXF" sind hier als Standard sehr weit verbreitet.

Vektordaten speichern die Informationen als Konturpfade, die sich aus einzelnen sogenannten Pfadpunkten zusammensetzen.

Je mehr Pfadpunkte eine Kontur hat, desto komplexer ist die Datei.

 

 

 

SVG & DXF

„SVG“ und „DXF“ sind absolute Standard-Dateiformate für Vektordaten im DIY-Bereich.

Plotter-Software wie "Silhouette Studio", "Brother Canvas" oder "Cricut Design Space" liest die Pfadinformationen der Dateien ein und gibt diese dann an den verbundenen Schneideplotter zur Bearbeitung weiter.

 

UND WELCHES FORMAT IST BESSER?

Grundsätzlich funktionieren beide und man kann mit beiden Dateiformaten arbeiten. Ich persönlich würde dir aber zum Plotten immer SVG-Daten empfehlen. Warum?
• Aufgrund der stets kleinen, komprimierten Dateigröße lassen sich Dateien als SVG-Datei viel schneller laden und verarbeiten als entsprechende DXF-Daten.
• Im SVG-Format sind Elemente bereits gruppiert und Einzelelemente eingefärbt dargestellt, was es wesentlich einfacher und überschaubarer im Handling macht.

 

DATEIFORMATE VER- & BEARBEITEN

Wie gesagt kannst du SVG- und/oder DXF-Dateiformate in den gängigsten Plotterprogrammen wie "Silhouette Studio", "Brother Canvas" oder "Cricut Design Space" öffnen und verarbeiten.

 

Andere Vektorprogramme wie z.B. AutoCAD, Adobe Illustrator, Coral Draw oder Inkscape eignen sich aber durchaus auch zur Erstellung und Bearbeitung von Vektordateien.

Diese Daten müssen dann allerdings als SVG- oder DXF-Datei gespeichert werden, um sie dann in deiner Plotter-Software öffnen zu können, damit du das Motiv zum Schneiden an deinen Plotter senden kannst.

Du kannst Daten an deinen Plotter immer nur aus der kompatiblen Plotter-Software des Herstellers versenden.

 

KANN ICH IN "SILHOUETTE STUDIO" BEARBEITETE SVG-DATEIEN IN "BROTHER CANVAS" ÖFFNEN?

Es ist absolut möglich, die umfangreichen Funktionen zur Bearbeitung im "Silhouette Studio Designer Edition" zu nutzen und damit erstellte Motive als Standard SVG-Datei abzuspeichern.

Diese SVG-Datei kann dann regulär z.b. in "Brother Canvas" eingeladen werden, um sie in deinem Brother-Plotter auszuplotten.

 

Aber vorsicht: So komfortabel das "Hopping" zwischen den Programmen auch ist – es können sich dabei oft Fehlinterpretationen in den Dateien einschleichen und Pfade fehlerhaft wiedergegeben werden.

 

WIESO KANN DER ACROBAT READER DIE SVG-DATEI NICHT ÖFFNEN?

Adobe Acrobat Reader ist als Programm entwickelt worden, um den Datei-Standard "PDF" (z.B. für E-Books) öffnen, lesen und bearbeiten zu können.

Sicherlich kann ein PDF Vektordaten enthalten, die auch vom Acrobat Reader gelesen werden können, aber der Acrobat Reader ist kein Vektorprogramm.

Reine Vektordateienn wie SVG- oder DXF-Dateien kann der Acrobat Reader daher weder öffnen, noch verarbeiten.

 

WIESO BEKOMME ICH DAS PLOTTER-DATENPAKET ALS ZIP-DATEI?

ZIP-Dateien sind quasi Aktenkoffer, die verschiedene Dateiinhalte verpacken und diese "transportfähiger" machen.

Eine gepackte ZIP-Datei komprimiert die Dateigröße und ist wie eine Schutzhülle, damit die darin verstauten Dateien "unbeschadet" auf unterschiedlichsten Plattformen (Windows, Mac, Linux) geladen werden können.

Am Ende machen ZIP-Daten das Up- und Downloaden von Dateien ein wenig "sicherer".

 

WIESO KANN ICH IN MEINEM ZEICHENPROGRAMM DIE DXF-DATEI NICHT ÖFFNEN?

Wie oben schon erwähnt, sind SVG- und DXF-Dateien Vektordaten, die konturbasierte Pfade beinhalten. Dem entsprechend sind sie nur für bestimmte Anwendungen und Programme vorgesehen.

Einfachere, meist kostenlose Zeichenprogramme können keine Vektordateien öffnen – sie sind rein pixelorientiert aufgebaut und können nur Formate wie z.B.  JPG oder PNG verarbeiten. Aber das ist ein anderes Thema. ;-)

 

ICH HABE KEINE PLOTTERSOFTWARE UND BEKOMME DIE PLOTTER-DATEIEN NICHT AUF?

Wie schon weiter oben beschrieben brauchst du zum Öffnen von SVG- oder DXF-Dateien immer zumindest ein gängiges Vektorprogramm wie z.B. AutoCAD, Adobe Illustrator, Coral Draw oder Inkscape.

Da meine Dateien ausschließlich für Verwendung mit Schneideplottern ausgelegt sind, brauchst du aber definitiv IMMER entsprechende Plottersoftware und einen Plotter. ;-)

 

WIESO WERDEN DIE PLOTTER-DATEIEN NICHT IM SILHOUETTE EIGENEN "STUDIO-FORMAT" ANGEBOTEN?

Sicher wäre das für viele Anwender (und auch für mich) einfacher und hilfreich, das Hersteller gebundende "Studio-Format" zu nutzen.

Silhouette behält sich aber allein das Recht vor, "Studio-Dateien" kommerziell über den eigenen Plotter-Online-Store zu verkaufen.

 


PLOTTEn

 

PLOTTEREINSTELLUNGEN

Für ein sauberes Schneide-Ergebnis im Plotter – gerade bei etwas filligraneren Motiven – ist es immer empfehlenswert, folgende Checkliste zu überprüfen:

 

• Sind die Plottereinstellungen wie Messerauswahl, Anpressdruck, Geschwindigkeit für dein verwendetes Material richtig? Beachte hier auch die Empfehlungen des Folienherstellers!

 

• Vor dem Plotten einen Testschnitt machen. Gerade bei neuen Materialien oder nach dem Auswechseln eines Messers ist es eine gute Kontrolle, ob alle Einstellungen richtig sind.

 

• Ist die Schneideunterlage des Plotters für den Folieneinzug noch selbstklebend genug und bietet beim Schnitt genug Halt?

 

MOTIVGRÖSSE BEACHTEN
Du solltest die Größe der Motive grundsätzlich nicht zu klein machen, da sonst bei komplexeren Motiven kleine Felder/Details verschwinden können bzw. nicht mehr zu entgittern sind.

Als empfohlene Richtgröße dient immer das angelegte Dateiformat meiner Dateien zur Orientierung.


MOTIV SPIEGELN
Bei Flexfolien unbedingt daran denken, dass dein Motiv später spiegelverkehrt auf den Werkstoff aufgebracht wird! Also vor dem Schneidevorgang alle Elemente spiegeln!

 

GEDULD
Bei sehr komplexen Motiven kann allein das Öffnen eines umfangreichen Datei-Baukastens (vor allem im DXF-Format) extrem lange dauern – habt also manchmal Geduld und gebt eurem Computer ein wenig Zeit.

Die braucht man unter gewissen Voraussetzungen auch manchmal beim Schneidevorgang eines detailreichen Motivs. ;-)

 

WAS IST EINE KONTUR?

Viele meine Plotterdateien sind illustrierte Motive. Eine Art Strichzeichnung, die aus einer formgebenden Kontur besteht, die das Motiv umreißt.

Diese Konturzeichnung ist auch immer die einfarbige Motivvariante in meinem Datei-Baukasten.

Bei dieser einfarbigen Konturumsetzung des Plottermotivs scheint immer der Untergrund (wo die Folie aufgebracht wurde) durch.

FÜLLUNG

Wenn du die Flächen innerhalb der Kontur mit andersfarbigen Folien schließen möchtest, damit der Untergrund nicht mehr großflächig durchgucken kann, spricht man von Füllungen.

Dabei kann man "addierend" oder "subtrahierend" füllen (Siehe dazu weiter unten Addieren oder Subtrahieren).

EINFARBIGE MOTIVE

Das Motiv setzt sich aus einer Folie zusammen – es ist sozusagen einfarbig. Oft wird das Motiv in der einfarbigen Variante durch die formgebende Kontur wie bei einer Strichzeichnung definiert.

 

 

MEHRFARBIGE MOTIVE

Mehrfarbige Motive setzen sich aus mehreren andersfarbigen Folien zusammen. Die "leeren Flächen" innerhalb der Konturlinien werden dann sozusagen "gefüllt" und es entsteht ein buntes Motiv.

Das Beispiel unten ist vierfarbig und besteht aus vier unterschiedlich farbigen Folien, die nacheinander auf den Werkstoff (hier Stoff) fixiert werden.

 

 

DIE GROSSE FRAGE: ADDIEREN ODER SUBTRAHIEREN BEI FLEXFOLIEN?!?

Hääääää – Was? Diese Unterscheidung wird grundsätzlich bei mehrfarbigen Motiven in der Umsetzung mit Flexfolien relevant, wo verschiedenfarbige Einzel-Folieneelemente zu einem Motiv zusammengesetzt und auf den Stoffuntergrund fixiert werden müssen. Wie unten im Beispiel der zweifarbige Smiley.


Grundsätzlich vorweg: Beide Wege sind möglich und praktikabel, haben aber aus meiner Sicht auch jeweils Vor- und Nachteile.

 


ADDIEREN
Die unterste Lage des Motivs ist vollflächig angelegt, die Details (hier Augen und Mund) werden als zweite Folienschicht daraufgeschichtet: Die obere Folie wird dann auf die darunter liegende Folie durch Wärme fixiert.

 

Vorteile:
• Etwas freier beim Arbeiten/Platzieren der Elemente (Mund und Augen), da sie nicht passgenau aus der unteren Folie ausgespart worden sind.
• Es entstehen keine „Blitzer“ – man erhält garantiert ein voll gefülltes Motiv, ohne, dass der Stofftuntergrund unten durchblitzt.

 

Nachteile:
• Durch die Übereinanderlagerung der Folien kann das Motiv ein wenig „steif“ werden – der Stoff ist nicht mehr so beweglich.
• Flexfolien sind mit Textilkleber beschichtet, der durch Wärme schmilzt. Die Folie wird dadurch fest auf den Stoff als Trägermaterial fixiert.

Bei der additiven Variante verbindet sich aber der geschmolzene Textilkleber der oben liegenden Folie mit der darunter liegenden Folie – nicht mit dem Stoffträger.

Das hält zwar auch sehr gut, es kann dennoch sein, dass das Plottermotiv bei der additiven Variante ein paar Waschgänge weniger durchhält als bei der Subtrahieren-Version.

Kann, aber muss nicht.

 

 

SUBTRAHIEREN
Die unterste Lage des Motivs spart Motiv-Details aus, die passgenau wie in einem Puzzle dort platziert wertden müssen (hier Augen und Mund).

 

Vorteile:
• Das fertig fixierte Plottermotiv bleibt auf dem Stoffuntergrund beweglicher, da große Folienflächen "unterbrochen" fixiert werden

• Der beplottete Stoff bleibt flexibler/weicher, da bei der Methode keine Folienschichtung stattfindet
• Das fertige Plottermotiv soll dauerhaft haltbarer sein – jedes Folienelement hat direkt Kontakt zum Stoffuntergrund und der geschmolzene Textilkleber kann die Folien immer auf Stoff fixieren

 

Nachteile:
• Da die zu entgitternden Details sind quasi das Negativ  – die Subtrahieren-Version – der anderen Folienschicht. Bei detailreichen Motiven muss man hier zweimal die Folien entgittern.
• Durch pysikalisches Materialverhalten (Aufbringen der Folie mit Wärme ) kann sich die Passgenauigkeit der Folienelemente ein wenig verziehen. Es kann dabei zu "Blitzern" kommen. (Siehe dazu weiter unten)

 

FAZIT FÜR MICH ZUM THEMA ADDIEREN & SUBTRAHIEREN:

Meine Datei-Baukästen ab 2020 sind alle so aufbereitet, dass großflächig möglichst keine Flex-Folien mehr geschichtet werden müssen und sich Folienelemente möglichst immer direkt mit dem Stoff durch den Textilkleber verbinden.

Grundsätzlich präferiere ich die Subtrahieren-Methode. Es wird aber auch immer eine einfache Addieren-Variante zu finden sein. Für alle, die definitiv keine Blitzer haben möchten... ;-)

 

So kannst du am Ende selbst entscheiden, wie du Plotten möchtest und für dich den besten Umsetzungsweg darstellt.

WIE KANN ICH ELEMENTE AUS ÄLTEREN DATEIEN SELBST IM "SILHOUETTE STUDIO" SUBTRAHIEREN?

Zu diesem Thema gibt es eine ganz tolles Video-Tutorial von Eva-Maria Biehl. Besser kann man es nicht erklären. ;-)

ICH HABE EIN MOTIV GESCHICHTET UMGESETZT: LÖST SICH DANN DIE OBERSTE SCHICHT NACH DEM TRAGEN ODER DER ERSTEN WÄSCHE AB?

Die Folien-Hersteller sagen dazu klar: Eine durch Hitze direkt auf Stoff aufgebrachte Flexfolie hält aufgrund des geschmolzenen Textilklebers auf textilen Untergründen eben besser und dauerhafter als auf jedem anderen Material.

Dass geschichtete Flexfolien nach dem Aufbügeln auch auf darunter liegenden Folien halten, steht für mich durch Praxistests außer Frage.
Und zum Thema Dauerhaftigkeit kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen: Ich habe Shirts mit geschichteten Motiven, die schon einige Male gewaschen wurden und immer noch absolut fest sind.

Aber wie so oft: Teste am besten selbst, was du für richtig hälst und für dich das beste Ergebnis ist.

 

 


Materialien

 

QUALITÄTSFOLIEN

Grundsätzlich ist es ratsam, hochwertige Qualitätsfolien zu verarbeiten. Das Endergebnis ist langlebiger und überlebt Waschvorgänge durchaus unbeschadet (Dabei die Angaben des Herstellers beachten!).
Und beim Arbeiten hast du auch mehr Spaß mit Qualitätsfolien – vor allem beim Entgittern filligraner Motive! :-)

In vielen Shops, wo ihr Qualitätsfolien kaufen könnt, findet ihr oft gleich passende Angaben zu den richtigen Einstellungen am Plotter. Wie beispielsweise im Shop von Plottermarie.

 

VINYLFOLIE

Vinylfolien sind selbstklebend und müssen nicht gespiegelt im Plotter geschnitten werden. Nach dem Entgittern des Motivs kann die Vinylfolie mit Hilfe einer Trägerfolie auf viele glatte Untgergründen dauerhaft angebracht werden.

 

FLEXFOLIE

Flexfolien sind für mich am spannendsten, denn mit ihnen kann man sehr einfach z.B. Klamotten, Kissen oder Stofftaschen aufpimpen. Eben alles, was aus Stoff besteht.

Flexfolien haben auf der Unterseite eine Schicht aus Textilkleber, der durch Hitze (Bügeleisen oder Transferpresse) schmilzt und sich fest mit dem textilen Stoffuntergrund verbindet.

 

BÜGELFOLIEN

Meine Motive sind nicht dafür ausgelegt, das Datei-Motiv auf Bügelfolien aufzudrucken und diese bedruckten Bügelfolien dann aufzubügeln.

WARUM GEHT DAS MOTIV NICHT MIT EINER DICKEN FLOCKFOLIE?

Jede Folie hat ihre spezielle "Eigenart", was du sicherlich schon merkst, wenn du unterschiedliche Folien in die Hand nimmt. Sie fühlen sich mal starr, flexibel, dünner, dicker, gummiartig, steif, flauschig, etc. an.

Bei all den Unterschieden ist es wichtig, sich immer zu überlegen mit welchem Material ich das Motiv plotten möchte. Gerade bei filligraneren Motiven ist da die Motivgröße besonders wichtig.

Flockfolien lassen sich aufgrund der bauschigen Fasern natürlich etwas schwieriger schneiden als butterweiche dünne Flexfolien. Wenn dann ein filligranes Motiv sehr klein skaliert wird, ist es selbst für ein scharfes Plottermesser manchmal schwierig, alle kleinen feinen Details exakt zu schneiden.

Bei Flockfolien-Umsetzungen musst du sehr auf eine adäquate Größe des Motivs achten und besonders akribisch die passenden Einstellungen am Plotter vornehmen.

...aber dann sollte alles gut funktionieren.

 

 


Entgittern

 

TRÄGERFOLIE

Nach dem Schneiden im Plotter müssen durchs Entgittern alle "überschüssigen" Schnipsel (die nicht zum Motiv gehören) von der Trägerfolie entfernt werden.

Qualitätsfolien sind zwar grunsätzlich sehr „robust“ und kleben sicher auf der Trägerfolie, aber gerade bei filligranen Motiven solltest du ein paar Entgittertipps beherzigen.

 

ENTGITTERTIPPS

• Unbedingt langsam und vorsichtig arbeiten


• Die geschnittenen überschüssigen Folienstücke in einem sehr flachen Winkel behutsam abziehen, damit auch alle Feinheiten des geschnittenen Motivs diesen Vorgang heil überstehen

 

• Gerade bei schwarzer Folie sieht man oft die geschnittenen Linien nicht so gut und man stochert ein wenig im Dunkeln. Manchmal hört man von Tipps, dass das Bestreuen der schwarzen Folie mit Mehl oder Kreide die Schnittlinien sichtbar machen solle – das kann ich für mich allerdings nicht bestätigen.

Mein Tipp wäre hier mit Licht zu arbeiten. Ich versuche die Schnittkanten auf schwarzer Folie durch den Einfallswinkel meiner Lichtquelle zu steuern und meistens sieht man dann in einem flach ausgerichtetem Lichtkegel auch ein wenig mehr auf der schwarzen Folie. Aber auch dies muss jeder selbst einmal testen und experimentieren.

WARUM LÄSST SICH DAS MOTIV SO SCHLECHT ENTGITTERN?
Zugegeben: Manche Motive haben sicherlich feine Details und sind dadurch auch ein wenig zeitintensiver und kniffeliger zu entgittern als andere.

Dennoch habe ich gerade auch diese komplexeren Motive ausgiebig getestet und so optimiert, dass sie einwandfrei zu entgittern sind.

Wenn nun aber doch beim Entgittern bei dir Details abreißen oder sich nicht richtig lösen lassen, könnte dies folgende Ursachen haben:

• Du hast vielleicht beim Schneiden im Plotter die Einstellungen nicht richtig vorgenommen und die Schnitte sind teils nicht richtig auf der verwendeten Folie vom Plottermesser ausgeführt worden?

• Das Plottermesser war ggf. schon etwas stumpf und konnte gerade bei filligranen Details nicht mehr alles exakt schneiden?

• Die gewählte Folie ist für die Umsetzung des Motivs in der gewählten Größe nicht ganz so gut geeignet (z.B. dicke, flauschig Flockfolie oder ungeeignete Transferfolie)?

Hier besonders auf die richtige Motivgröße achten und Testschnitte machen.

 

GESCHNITTENE FOLIE ABLÖSEN
Wenn sich beim Abziehen der überschüssigen Folie feine Stellen des Motivs mal mit ablösen sollten, können diese unproblematisch wieder auf die selbstklebende Trägerfolie gedrückt werden.
Beim Aufbügeln sieht später alles perfekt aus.

 

WERKZEUGE
Ich persönlich bin von einer Feinmechanik Spitz-Pinzette zum Entgittern total begeistert. Ich kann mit dieser einen spitzen Pinzette total flexibel arbeiten und sogar kleinste geschnittene Details entgittern. Aber das muss jeder für sich selbst austesten.

 


FLEXFOLIEN FIXIEREN

 

MIT DEM BÜGELEISEN

Sicherlich ist eine Transfer-Presse die beste Möglichkeit, um gerade größere Flexfolienmotive auf Stoff zu bringen. So wird gleichmäßig der richtige Druck und Temperatur auf eine große Fläche gebracht, damit sich der Stoffkleber der Folie mit dem Stoff verbinden kann.

Ich bügele immer noch per Hand, wofür ich folgende Tipps habe. Aber bitte unbedingt selbst mit dem eigenen Bügeleisen und deinen ausgesuchten Folien austesten!
• Ein Holzbrett oder eine robuste Tischplatte als fester unnachgiebiger Untergrund ist ein Muss
• Backpapier gehört immer zwischen Folie und Bügeleisen
• Die Folie verschmilzt am besten mit Stoffen, wenn ich das Bügeleisen bei Höchsttemperatur mit voller Kraft bewegungslos aufdrücke
• Bei mehrfarbigen Motiven werden die Elemente jeder Farbgruppe nacheinander aufgebügelt. Daher die Zeit des Aufbügelns jeder einzelnen „Farbschicht“ etwas zu verkürzen.

 

TRÄGERFOLIE ABZIEHEN

Wenn die Folie genug Hitze abbekommen hat, um sich mit dem Stoffträger zu verbinden, muss sich in der Regel die Trägerfolie ein wenig abkühlen (Dazu immer Angaben des Herstellers beachten!). Um die Trägerfolie zu entfernen, bietet es sich an, grundsätzlich langsam aus einer Richtung von oben nach unten zu arbeiten. Meist ist das auch der Fadenlauf des Kleidungsstücks und der Stoff verzieht sich so nicht so stark. Wenn du mehrfarbig plottest, dann ist dieser Punkt besonders empfehlenswert für das beste Endergebnis.

 

BLITZER
Die Einzelelemente der Datei sind subtrahiert angelegt, so dass sie exakt ineinander passen. Durch die Hitze beim Fixieren von Flexfolien kommt es immer wieder vor, dass ein minimaler Versatz der übereinander aufgebügelten „Elemente-Lagen“ entstehen kann. Das ist leider Physik durch unterschiedliches Dehnverhalten der Materialien (Stoff & Folie) und lässt sich nicht ändern.
... ich finde aber auch, dass das überhaupt nichts ausmacht sondern eher noch den illustrativen Stil der Motive unterstreicht. ;-)

 


DIVERSES

 

WASCHEN

Beplottete Kleidung kann problemlos gewaschen werden. Hierzu auf jeden Fall die Angaben des Herstellers beachten.

Ein kleiner Tipp: Wenn du das Kleidungsstück auf links wäschst, hält der Plott auf jeden Fall noch länger durch. ;-)

 

NACH DEM WASCHEN

Sollten sich vereinzelt doch mal kleinere Elemente nach einem Waschvorgang vom Kleidungsstück gelöst haben und abstehen, kann man sehr häufig nochmal heiß drüberbügeln und die Elemente erneut fixieren. ...aber das Backpapier nicht vergessen!


FÜR Weitere Fragen, Anregungen oder auch ein Lob ;-)

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